Dr. phil. Johanna Heilborn *Studienrätin am Reform-Realgymnasium Hoyerswerda* wurde am 20. April 1896 in Berlin geboren. Im Jahr 1923 kam sie an das Reform-Realgymnasium in Hoyerswerda und war zunächst als Studienassessorin tätig. Sie wohnte in dieser Zeit in der Bismarckstraße 6 in Hoyerswerda. Später wurde sie zur Studienrätin ernannt und unterrichtete die Fächer Geschichte, Deutsch, Latein und Französisch. Am 6. April 1933 wurde Johanna Heilborn aufgrund ihrer „nichtarischen Abstammung“ aus dem Schuldienst entlassen. Ihre Entfernung aus dem Staatsdienst stand vermutlich im Zusammenhang mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, das jüdische sowie politisch missliebige Beamte und Angestellte aus ihren Positionen verdrängte. Danach verliert sich ihre Spur. Johanna Heilborn entstammte einer angesehenen jüdisch-akademischen Familie. Ihr Vater, Paul Heilborn (geb. 6. Februar 1861 in Berlin), war ein renommierter Jurist und Völkerrechtler an der Universität Breslau. Zu seinem 70. Geburtstag erschien 1931 eine wissenschaftliche Festschrift. Die Familie wohnte in den 1920er Jahren in Breslau XVI, Wagnerstraße 6, im Stadtteil „Leerbeutel“, einem gehobenen Wohnviertel, in dem zahlreiche Professoren- und Beamtenfamilien lebten. Dass Johanna Heilborn studierte, promovierte und als Studienrätin tätig war, war für eine Frau ihrer Generation außergewöhnlich. Der Vater Paul Heilborn starb bereits 1932, noch vor der nationalsozialistischen Verfolgung der Familie. Seine Witwe Marianne Heilborn blieb zunächst weiterhin in der Familienwohnung in Breslau wohnhaft und ist dort noch 1943 im Adressbuch verzeichnet. Ob Johanna Heilborn nach ihrer Entlassung zeitweise zur Mutter zurückkehrte oder emigrieren konnte, ist bislang unbekannt. Das weitere Schicksal von Johanna Heilborn und ihrer Mutter Marianne konnte bisher nicht geklärt werden. Vermutlich wurde Marianne Heilborn Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung oder starb noch während der NS-Zeit in Breslau.