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SPURENSUCHE. Jüdische Geschichte in Hoyerswerda

Familie Wollsteiner aus Hoyerswerda - Salomon und Lina Wollsteiner (geb. Jablonsky) lebten mit ihren fünf Söhnen Arthur (geb. 1870), Max (geb. 1871), Ludwig (geb. 1873), Julius (geb. 1875) und Martin (geb. 1877) mindesten seit 1868 in Hoyerswerda. Hoyerswerda gehörte im 19. Jahrhundert zum preußischen Regierungsbezirk Liegnitz. Die jüdische Gemeinde dort war klein; religiöse Anbindungen bestanden oft zu größeren Gemeinden in der Umgebung (wie Görlitz oder Muskau). Salomon Wollsteiner war Teil dieser kleinen, bürgerlich geprägten jüdischen Gemeinschaft in der Stadt. Er war als Textilkaufmann tätig. Seine Söhne gingen in Cottbus aufs Gymnasium, da es in Hoyerswerda in dieser Zeit noch keine gymnasiale Ausbildung gab. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1880 zog die Familie nach Berlin. Die Familie war ein typisches Beispiel für das jüdische Bürgertum, das in der kleinen Industriestadt Hoyerswerda startete und später in die Metropole Berlin zog, um dort beruflich Fuß zu fassen. Die Söhne ereilte in Berlin das Schicksal der Judenverfolgung, Deportation und des Antisemitismus in der Zeit des Natuionalssozialismus. Arthur, Ludwig und Martin Wollsteiner wurden ins Ghetto Theresienstadt deportiert, in welchem nur Arthur überlebte, Julius Wollsteiner kam ins Ghetto Lodz. Zu Max Wollsteiner (geb. 1871) sind in den zentralen Gedenkdatenbanken keine Details zu seinem Lebensende verzeichnet, was oft auf eine frühere Auswanderung oder einen natürlichen Tod vor Beginn der Massendeportationen hindeuten kann.