ab 10 Uhr geöffnetSchlossplatz 102977 HoyerswerdaTel.: +(0) 3571 209 37 500

SPURENSUCHE. Jüdische Geschichte in der Oberlausitz

Wanderausstellung im Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda

Mit der Wanderausstellung „Spurensuche. Jüdisches Leben in der Oberlausitz“ zeigt das Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda ab dem 17.05.2026 eine berührende Präsentation des Förderkreises Görlitzer Synagoge e. V. im Rahmen von „Tacheles Oberlausitz. Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“.

Die Ausstellung widmet sich dem Leben und Wirken jüdischer Menschen in verschiedenen Orten der Oberlausitz. Im Mittelpunkt stehen die Entstehung und Entwicklung jüdischer Gemeinden, die sich im 19. Jahrhundert unter anderem in Görlitz, Bautzen und Zittau bildeten. Obwohl ihre Mitgliederzahl im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung vergleichsweise klein war, prägten jüdische Familien und Unternehmer das wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Leben der Region nachhaltig. Beispielhaft dafür stehen Persönlichkeiten wie Martin Ephraim in Görlitz, Adolf Wolf Altmann in Bautzen oder Joseph Schweig in Weißwasser.

Zugleich beleuchtet die Ausstellung die Ausgrenzung, Verfolgung und Vernichtung jüdischer Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. In Wort und Bild werden berührende Einzel- und Familienschicksale vorgestellt – darunter auch aus Wittichenau, Hoyerswerda und dem Crostwitzer Ortsteil Horka.

Ein besonderer Schwerpunkt der Präsentation im Schloss & Stadtmuseum Hoyerswerda liegt auf der lokalen Spurensuche. Dank der Unterstützung des Historischen Stadtarchivs Hoyerswerda sowie der Recherchen der Museumsvereinsmitglieder Andreas und Martina Noack wird die Geschichte jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Hoyerswerda erstmals nach aktuellem Forschungsstand digital vermittelt. Über einen interaktiven Touchscreen können Besucherinnen und Besucher nachvollziehen, wer diese Menschen waren, wo sie lebten und arbeiteten und weshalb sie ihre Heimatstadt unter dem Druck der nationalsozialistischen Verfolgung verlassen mussten. Ergänzt wird die Präsentation durch bislang wenig bekannte Originaldokumente, die eindrucksvolle Einblicke in die persönlichen Schicksale jüdischer Familien aus Hoyerswerda ermöglichen.

Zwei Ausstellungstafeln widmen sich außerdem der Erinnerungskultur nach 1990, als jüdisches Erbe in der Oberlausitz wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rückte – unter anderem durch die Verlegung von Stolpersteinen und zahlreiche lokale Initiativen zur historischen Aufarbeitung.

Die Ausstellung lädt dazu ein, jüdisches Leben in der Oberlausitz neu zu entdecken, Erinnerung wachzuhalten und ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung zu setzen.